Rechtsanwalt/-anwältin Lebenslauf-Beispiel & Vorlage

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Worauf Personalverantwortliche achten

Wirtschaftskanzleien und Rechtsabteilungen achten bei einem Anwaltslebenslauf zuerst auf vier Punkte: Examensnoten, Zulassung, Rechtsgebiet und Mandatserfahrung. Nennen Sie beide Staatsexamina mit Notenstufe und Punktzahl, das Jahr der Zulassung und die zuständige Rechtsanwaltskammer. Beschreiben Sie Ihre Transaktionserfahrung nach Art, Größe und Rolle: Share oder Asset Deal, Käufer- oder Verkäuferseite, Volumen als Spanne und ob Sie Verträge entworfen, Due Diligences gesteuert oder Verhandlungen geführt haben. Mandantennamen lassen Sie weg, solange eine Transaktion nicht öffentlich bekannt ist. Promotion, LL.M., eine Wahlstation im Ausland und verhandlungssicheres Englisch sind in Großkanzleien gängige Pluspunkte. Ein kurzer Abschnitt mit Veröffentlichungen und Vorträgen zeigt fachliche Tiefe und Sichtbarkeit. Für Inhouse-Stellen zählen zusätzlich wirtschaftliches Verständnis, die Steuerung externer Kanzleien und die Zusammenarbeit mit Fachabteilungen.

Beispiel-Stichpunkte nach Erfahrungsstufe

Einstiegsebene

  • Mitarbeit an fünf Unternehmenskäufen im Mittelstand, darunter Koordination einer Legal Due Diligence mit 1.400 Dokumenten in vier Wochen
  • Entwurf von Gesellschafterbeschlüssen und Registeranmeldungen für 30 Kapitalmaßnahmen, alle ohne Zwischenverfügung des Registergerichts eingetragen
  • Erstellung eines Red-Flag-Reports für einen Finanzinvestor; drei Haftungsrisiken wurden über Freistellungen im Kaufvertrag abgesichert
  • Aufbau einer Checkliste für Closing-Unterlagen, die den Vorbereitungsaufwand des Teams je Transaktion um rund einen Arbeitstag senkte

Mittlere Ebene

  • Federführende Verhandlung eines Unternehmenskaufvertrags über 120 Mio. € auf Verkäuferseite; Signing nach sechs Wochen, Closing nach Freigabe durch das Bundeskartellamt
  • Strukturierung eines Joint Ventures zweier Industrieunternehmen einschließlich Gesellschaftervereinbarung, Satzung und Regeln zur Auflösung von Pattsituationen
  • Begleitung von drei Verschmelzungen und einem Formwechsel nach dem Umwandlungsgesetz innerhalb eines Geschäftsjahres, alle fristgerecht zum Handelsregister angemeldet
  • Betreuung von zwei Hauptversammlungen einer börsennotierten AG, von der Einberufung bis zur Beantwortung von 150 Aktionärsfragen

Senior

  • Führung eines Teams aus vier Associates bei einem grenzüberschreitenden Carve-out mit 600 Mio. € Volumen und Gesellschaften in sieben Ländern
  • Beratung des Aufsichtsrats einer Familienholding zur Neuordnung der Governance; Geschäftsordnungen und Zustimmungskataloge in drei Monaten umgesetzt
  • Gewinnung von zwei neuen Private-Equity-Mandanten durch eigene Fachvorträge und Veröffentlichungen zu W&I-Versicherungen beim Unternehmenskauf
  • Steuerung eines Projekts zur Vereinheitlichung von 2.000 Konzernverträgen; externe Anwaltskosten im Folgejahr um 25 % gesenkt

Häufige Fehler im Lebenslauf

Examensnoten verschweigen

In Kanzleien gehören die Ergebnisse beider Staatsexamina zu den ersten Angaben, die gelesen werden. Fehlen sie, entsteht schnell der Eindruck, Sie wollten etwas verbergen. Geben Sie Notenstufe und Punktzahl an, bei der Ersten Prüfung bei Bedarf getrennt nach staatlichem und universitärem Teil. Mit einigen Jahren Berufserfahrung wiegen Mandate stärker, die Noten gehören trotzdem dazu.

Deals ohne Rolle und Größe

„Mitarbeit an M&A-Transaktionen“ steht in fast jedem Corporate-Lebenslauf. Unterscheidbar werden Sie durch Details: Branche, Transaktionsart, Volumen als Spanne, Käufer- oder Verkäuferseite und vor allem Ihre Aufgabe. Haben Sie den Kaufvertrag entworfen, die Due Diligence koordiniert oder die Verhandlung geführt? Eine kurze Deal-Liste mit vier bis sechs Beispielen sagt mehr als allgemeine Formulierungen.

Verschwiegenheit nicht beachtet

Nicht öffentliche Transaktionen, Mandantennamen oder vertrauliche Kaufpreise haben im Lebenslauf nichts zu suchen; als Anwältin oder Anwalt sind Sie zur Verschwiegenheit verpflichtet, und Kanzleien achten genau darauf. Beschreiben Sie stattdessen Branche, Größenordnung und Struktur, etwa „Verkauf eines Automobilzulieferers mit 1.200 Beschäftigten an einen Finanzinvestor“. Bereits veröffentlichte Deals nennen Sie nur im Rahmen der Vorgaben Ihrer Kanzlei.

Englisch nur behauptet

„Verhandlungssicheres Englisch“ steht in nahezu jeder Bewerbung. Belegen Sie es: englischsprachige Verträge, die Sie entworfen haben, Verhandlungen mit ausländischen Gegenseiten, ein LL.M. oder eine Wahlstation im Ausland. Weitere Sprachen nennen Sie mit realistischem Niveau. Internationale Kanzleien prüfen Englisch im Gespräch oft direkt, und eine überzogene Selbsteinschätzung fällt dann sofort auf.

Referendariat ohne Stationen

Der Hinweis „Rechtsreferendariat am Landgericht“ allein zeigt nicht, wo Sie Erfahrung gesammelt haben. Nennen Sie Anwalts- und Wahlstation mit Kanzlei, Unternehmen oder Behörde und dem inhaltlichen Schwerpunkt, besonders wenn er gesellschaftsrechtlich war. Beim Berufseinstieg sind diese Stationen oft der wichtigste Praxisnachweis. Später genügt eine Zeile mit Abschluss und Note.

Karriereweg

Berufseinstieg als Associate / 0–2 JahreTeilaufgaben in Transaktionen und BeratungsmandatenDue Diligence, Recherche, Vertragsentwürfe, Registersachen
Associate / 2–5 JahreEigene Arbeitsstränge in TransaktionenVertragsverhandlung, Mandantenkontakt, Anleitung von Referendaren
Senior Associate oder Counsel / 5–9 JahreTransaktionen und Mandate in eigener VerantwortungTeamführung, Spezialisierung, erste Mandatsakquise
Partnerschaft oder General Counsel / ab 9 JahrenPraxisgruppe oder RechtsabteilungMandatsgewinnung, Strategie, Personal, Budgetverantwortung

Häufig gestellte Fragen

Wie schreibe ich einen Lebenslauf als Rechtsanwalt im Gesellschaftsrecht?

Beginnen Sie mit Kontaktdaten und einem Kurzprofil aus Rechtsgebiet, Berufsjahren und Zulassung. Es folgen die beruflichen Stationen in umgekehrter Reihenfolge, jeweils mit drei bis fünf Stichpunkten zu Mandatsarten, Transaktionsgrößen und Ihrer Rolle. Danach kommen Referendariat mit Stationen, Promotion oder LL.M., Studium mit Schwerpunktbereich und beide Examensnoten. Sprachen, Veröffentlichungen und Vorträge schließen den Lebenslauf ab; ein Foto ist freiwillig.

Wie gebe ich Examensnoten im Lebenslauf an?

Üblich ist die Notenstufe mit Punktzahl, zum Beispiel „Zweite Juristische Staatsprüfung: vollbefriedigend (10,4 Punkte)“. Bei der Ersten Prüfung können Sie die Gesamtnote und zusätzlich den staatlichen Teil nennen, auf den viele Kanzleien besonders achten. Schreiben Sie die Noten direkt zu den Ausbildungsstationen statt in eine Fußnote. Die Zeugnisse fügen Sie der Bewerbung bei, denn sie werden in der Regel ohnehin angefordert.

Wirtschaftsjurist oder Volljurist: Was ist der Unterschied im Lebenslauf?

Volljuristin oder Volljurist ist, wer beide Staatsexamina bestanden hat; das ist in der Regel Voraussetzung für die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Wirtschaftsjuristen haben meist einen Bachelor oder Master in Wirtschaftsrecht und arbeiten etwa im Vertragsmanagement oder in der Compliance. Machen Sie Ihren Abschluss eindeutig sichtbar, denn viele Stellenanzeigen verlangen ausdrücklich einen Volljuristen, andere richten sich gezielt an Wirtschaftsjuristen.

Wie lang darf ein Anwaltslebenslauf sein?

Beim Berufseinstieg genügen ein bis zwei Seiten. Mit einigen Berufsjahren dürfen es zwei Seiten sein, ergänzt um eine Anlage mit ausgewählten Transaktionen, Veröffentlichungen und Vorträgen. Wichtiger als die Länge ist eine klare Gliederung: Profil, Berufserfahrung, Ausbildung mit Examensnoten, Sprachen. Alte Studentenjobs kürzen Sie auf eine Zeile oder lassen sie weg, wenn sie fachlich nichts beitragen.

Lohnen sich Promotion und LL.M. für den Lebenslauf?

Beides ist keine Voraussetzung, wird in Wirtschaftskanzleien aber gern gesehen. Eine Promotion zeigt wissenschaftliche Tiefe, besonders wenn das Thema zum Gesellschaftsrecht passt; nennen Sie Thema, Universität und Bewertung, etwa magna cum laude. Ein LL.M. im Ausland belegt Fachenglisch und internationale Erfahrung. Wer beides nicht hat, punktet mit einer Auslandsstation im Referendariat, eigenen Veröffentlichungen oder einschlägiger Erfahrung in einer Transaktionspraxis.

Lebenslauftext

Berufliches Profil

Rechtsanwältin mit Promotion, seit mehr als sieben Jahren in der Beratung zu Gesellschaftsrecht und M&A tätig. Schwerpunkt auf Unternehmenskäufen, Joint Ventures und Umstrukturierungen für mittelständische Unternehmen, Konzerne und Finanzinvestoren, von der Due Diligence bis zum Closing. Verhandlungssicheres Englisch, Erfahrung in der Führung kleiner Transaktionsteams und in der Beratung von Geschäftsführungen und Aufsichtsräten.

Berufserfahrung

Rechtsanwältin (Associate, seit 2023 Senior Associate) — Wittkopf Rademacher Rechtsanwälte PartG mbB

• Beratung beim Kauf und Verkauf mittelständischer Industrie- und Technologieunternehmen mit Transaktionswerten von 30 bis 450 Mio. €, als Share oder Asset Deal

• Koordination von Legal Due Diligences mit bis zu acht Fachteams und Erstellung von Red-Flag-Reports für Private-Equity-Mandanten

• Entwurf und Verhandlung von Unternehmenskaufverträgen, Gesellschaftervereinbarungen und Joint-Venture-Verträgen auf Deutsch und Englisch

• Beratung von Geschäftsführungen, Vorständen und Aufsichtsräten zu Organhaftung, Hauptversammlungen und Umwandlungen nach dem Umwandlungsgesetz

• Fachliche Anleitung von drei Associates und Referendaren sowie Aufbau einer Musterbibliothek für Signing- und Closing-Unterlagen

Rechtsreferendarin — Landgericht Stuttgart

• Zivilstation am Landgericht: Entwürfe von Urteilen und Beschlüssen, unter anderem in gesellschaftsrechtlichen Streitigkeiten

• Anwaltsstation im Corporate-Team einer Wirtschaftskanzlei: Mitarbeit an zwei Unternehmenskäufen und einer Kapitalerhöhung

• Wahlstation in einer Wirtschaftskanzlei in Paris: grenzüberschreitende Due Diligence für einen deutsch-französischen Zusammenschluss

• Abschluss mit der Zweiten Juristischen Staatsprüfung: vollbefriedigend (10,4 Punkte)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Teilzeit, promotionsbegleitend) — Hellwege Strassner Rechtsanwälte

• Gutachten und Recherchen zu Fragen des GmbH- und Aktienrechts für Transaktions- und Beratungsmandate

• Mitarbeit an Legal Due Diligences, unter anderem Prüfung von rund 300 Verträgen im virtuellen Datenraum

• Vorbereitung von Gesellschafterbeschlüssen und Handelsregisteranmeldungen

Ausbildung

Promotion (Dr. iur.) — Gesellschaftsrecht — Eberhard Karls Universität Tübingen

Dissertation zu Earn-out-Klauseln beim Unternehmenskauf; magna cum laude

Studium der Rechtswissenschaft — Erste Juristische Prüfung — Eberhard Karls Universität Tübingen

Schwerpunktbereich Unternehmensrecht; Gesamtnote vollbefriedigend (10,1 Punkte), staatlicher Teil 9,8 Punkte

Kenntnisse

M&A und Unternehmenskauf

Corporate Governance und Organberatung

Kapitalmarktrecht (WpHG, MAR)

Vertragsgestaltung und Verhandlung

Legal Due Diligence

Umwandlungsrecht

Fusionskontrolle und Investitionsprüfung (Koordination)

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