Brauchen Sie 2026 noch ein Anschreiben?
Jedes Jahr erklärt jemand das Anschreiben für tot, und jedes Jahr lesen rund die Hälfte der Recruiter es weiter. Die ehrliche Antwort für 2026: Ein Anschreiben ist formal optional, in der Wirkung aber oft entscheidend. Wenn zwei Lebensläufe nah beieinander liegen, gibt häufig das Anschreiben den Ausschlag — ein fehlendes ist ein Nicht-Ereignis, ein schlechtes schadet aktiv. Die eigentliche Frage lautet also nicht "brauche ich eins", sondern "ist meins die Zeit des Lesers wert".
Wann es noch zählt
| Schreiben Sie eins | Kann entfallen |
|---|---|
| Die Bewerbung hat ein Anschreibenfeld oder fordert eins | Kein Feld vorhanden und die Anzeige sagt "kein Anschreiben nötig" |
| Sie wechseln die Branche oder erklären eine Lücke | Massenbewerbung per Ein-Klick auf einer Jobbörse |
| Kleines Unternehmen, sinnstiftende Rolle oder Sie wurden empfohlen | Ein Recruiter sagte ausdrücklich, der Lebenslauf reicht |
| Die Stelle ist umkämpft und Sie wollen jeden Vorteil | Das "Anschreiben"-Feld akzeptiert nur eine Zeile |
Schreiben Sie standardmäßig eins, sofern Sie keinen klaren Grund dagegen haben. Der Nachteil sind 20 Minuten; der Vorteil ist das Zünglein an der Waage.
Die Vier-Absatz-Struktur
- Der Aufhänger (2–3 Sätze). Lassen Sie "Hiermit bewerbe ich mich…" weg. Beginnen Sie mit dem Warum dieses Unternehmens oder einem konkreten, relevanten Erfolg: "Als Ihr Team den neuen Onboarding-Flow ausrollte, hatte ich genau so einen neu gebaut und den Absprung um 30 % gesenkt."
- Warum sie. Ein, zwei Sätze, die beweisen, dass Sie das Unternehmen wirklich kennen — ein Produkt, ein Wert, ein jüngster Schritt. Das kann keine Vorlage faken.
- Warum Sie (der Beleg). Zwei, drei Sätze, die Ihre konkreten Erfolge auf den Bedarf der Stelle abbilden. Wiederholen Sie nicht den Lebenslauf — deuten Sie ihn.
- Der Abschluss. Ein selbstbewusster, konkreter Handlungsaufruf: "Gern zeige ich Ihnen, wie ich Ihr Retention-Problem angehen würde." Dann Ihr Name.
Halten Sie es kurz
Immer unter einer Seite. Drei bis vier kurze Absätze, 250–400 Wörter, viel Weißraum. Recruiter überfliegen Anschreiben noch schneller als Lebensläufe; eine dichte Textwand liest niemand. Passt es nicht auf eine halbe Seite, erklären Sie, statt zu verkaufen.
Fünf Dinge, die ein Anschreiben versenken
- "Sehr geehrte Damen und Herren." Finden Sie den Namen des Teams oder der einstellenden Person, oder schreiben Sie "Hiring-Team von [Unternehmen]." Generische Anreden signalisieren Massenversand.
- Den Lebenslauf wiederholen. Den haben sie schon. Das Anschreiben liefert den Kontext, den Stichpunkte nicht können.
- Kein Firmenname — oder der falsche. Der schnellste Weg in den Ablehnungsstapel ist ein an einen Wettbewerber adressiertes Schreiben.
- Nur um Sie. Jedes "ich will" sollte an ein "Sie brauchen" anknüpfen.
- Länge. Wenn man scrollen muss, haben Sie verloren.
KI als Erstentwurf, nie als Endfassung
Ein generisches KI-Anschreiben liest sich exakt wie ein generisches KI-Anschreiben — und Recruiter erkennen das inzwischen sofort. Nutzen Sie ein Tool gegen das leere Blatt, dann machen Sie es unverkennbar zu Ihrem: das konkrete Firmendetail, die echte Zahl, der Satz, den nur Sie schreiben könnten. CVCraft erstellt aus Ihrem Lebenslauf und der Stellenbeschreibung in Sekunden einen zugeschnittenen Erstentwurf; Ihre Aufgabe sind die 10 Minuten Personalisierung, die aus einem Entwurf das Zünglein an der Waage machen.